Montag, 5. Dezember 2016

Chandolin


Im Rücken der furchterregend-schöne Illgraben und vor sich ein herrliches Alpenpanorama: Chandolin ist eine Perle von einem Walliserdorf! Es liegt am steilen Westhang des Val d’Anniviers unterhalb des Illhorns auf fast 2000 m ü.M. und ist eines der höchstgelegenen, dauernd bewohnten Dörfer Europas.
Schon früh ist man sich hier der botanischen Schätze des Gebietes bewusst geworden, und so gibt es seit einigen Jahren in Chandolin sogar spezielle botanische Wanderwege, auf denen man die reichhaltige Flora erkunden kann. Anhand einer ausführlichen Broschüre, die im Tourismusbüro erhältlich ist, kann man seine botanischen Kenntnisse vertiefen.

Da die Tour vom 4. bis zum 6. Juli 2016 dauerte, hier eine etwas umfangreichere Bildersammlung.



Chandolin ist von Lärchen (Larix decidua) umgeben.
Auf 2020 m Höhe erhebt sich
die „Grosse Lärche von Les Armèles“.
Anhand von Datierungsarbeiten konnte das Alter
des Riesen auf  ca. 860 Jahre festgelegt werden.
Sie gehört damit zu den ältesten Lärchen Europas

in sog. Suonen wird Wasser für die Bewässerung abgeleitet.


Brunnenkressenblättrige Rampe (Erucastrum
nasturtiifolium) mit einem furchterregenden
 Namen und ornamentalen Blättern
das Felsen-Fingerkraut (Potentilla rupestris)




Aufsteigendes Läusekraut (Pedicularis ascendens)



Felsen-Ehrenpreis (Veronica fruticans)





Mannsschild-Steinbrech (Saxifraga androsacea)

der Blassblütige Storchschnabel (Geranium rivulare) ist
bei uns der einzige Weissblühende seiner Gattung






zwei unscheinbare Orchideenarten:
die Hohlzunge (Coeloglossum viride) und....

die Korallenwurz (Corallorhiza trifida).
Letztere wächst dirket am Abrund zum Illgraben.


ein Blick auf Vercorin mit seinem Hügel. Im Talgrund
die kanalisierte Rhone und nahe der Bildmitte
der majestätische "Haut de Cry"


Blick von oben in den abenteuerlichen Illgraben. Der nach einem Bergsturz entstandene Halbkessel
 ist eines der grössten Erosionsgebiete Europas! Der riesige blassgelbe Graben
wird mit jedem Jahr grösser: Bäume verlieren den Halt, die Einrisse im Boden werden tiefer
und ständig hört man Steine rollen. Rechts oben ist das Bietschhorn zu erkennen.





das Niederliegende Scharfkraut (Asperugo procumbens)
findet man wie hier vor allem bei Hütten, Ställen
und Lägerstellen, denn dieses Borretschgewächs
liebt nährstoffreiche Böden.


Wegerich-Hahnenfuss (Ranunculus kuepferi)

Moosartiger Steinbrech (Saxifraga bryoides)

Fleischroter Mannsschild (Androsace puberula)

der Alpen-Klee (Trifolium alpinum) ist als Futtter
insbesondere bei Murmeltieren beliebt.

Keilblättriger Steinbrech (Saxifraga cuneifolia)

der Aufsteigende Steinbrech (Saxifraga adscendens).......


ist ganz schön selten



der Krause Rollfarn (Cryptogramma crispa)
ist an Silikatgestein gebunden

Alpen-Kreuzblume (Polygala alpina) 



Stumpfblättriger Mannsschild (Androsace obtusifolia)
Clusius' Gämswurz (Doronicum clusii)


ein teppichbildender Zwergstrauch:
die Alpenazalee (Loiseleuria procumbens). Da sie ein Erikagewächs ist,
wird sie zuweilen auch Gämsheide genannt.
meist ist sie schon verblüht, wenn man
in die Berge geht, hier aber war sie noch in Vollblüte!
die Pelzanemone (Pulsatilla vernalis) erscheint,
sobald der letzte Schnee geschmolzen ist.
Alpenmargerite (Leucanthemopsis alpina)



Kochs Enzian (Gentiana acaulis)


blau in blau





Was hier noch in den Knospen steckt, .....


ist da gerade aufgeblüht:
die Alpen-Pechnelke (Silene suecica)








Langsporniges Stiefmütterchen (Viola calcarata)

Moschus-Steinbrech (Saxifraga moschata)

vor allem an seinen rotbraunen Achänen zu erkennen:
Schröters Löwenzahn (Taraxacum schroeterianum)

die Schwefel-Anemonen (Pulsatilla alpina ssp. apiifolia)
bilden einen schönen Kontrast zum Blau eines Bergsees weit über Chandolin.




dem Röhrigen Gelbstern (Gagea fragifera) macht es nichts aus,
wenn seine Füsse im Schmelzwasser stehen.
zehn Tage zuvor dürfte hier noch Schnee gelegen haben

"fragiferum" heisst erdbeertragend: nach der Sektion wird klar,
 warum der Gelbstern diesen Artnamen führt,
denn die Kapselfrucht gleicht einer Erdbeere!

Gelbsterne treten zuweilen massenhaft auf.
Sie sind eine Charakterart der subalpin-alpinen Trittflur.


der letzte Schnee ist rot gefärbt!
Dieses Naturphänomen wird Blutschnee genannt
und wird von Schneealgen verursacht.









Mittwoch, 2. November 2016

der Gornergrat

Der auf über 3000 Meter gelegene Gornergrat befindet sich rund 3 Kilometer östlich von Zermatt und lässt sich bequem mit einer Zahnradbahn erreichen. Zwischen Findel-und Gornergletscher gelegen, bietet er eine Rundsicht auf mehr als 20 Viertausender, darunter den Monte Rosa, das Matterhorn und den Lyskamm.
Auf einer Wanderung hinab nach Riffelberg bewegte sich der Blumenwanderer gewissermassen in einer Schatzkiste für Alpenbotaniker und konnte sich auch noch im August fast nicht sattsehen an all dem floristischen Reichtum, seien es lieb gewonnene, alte Bekannte oder endemische Besonderheiten.

Tourdatum:  8. August 2016


Monte Rosa und Lyskamm, Castor und Pollux, Breithorn und Matterhorn vom Gornergrat aus gesehen


der Grenzgletscher 

Alpen-Mannsschild (Androsace alpina)


der Gegenblättrige Steinbrech (Saxifraga oppositifolia)
blüht immer noch auf dem Grat



auch den schönen Himmelsherold (Eritrichium nanum)
gibt es dort zu bewundern

Graues Greiskraut (Senecio incanus)
mit weissfilzigen Blättern



Hallers Greiskraut (Senecio halleri),
ein Endemit der grajisch-penninischen Alpen



Halbkugelige Rapunzel (Phyteuma hemisphaericum)

der Wanderweg durchs Gornerli scheint geradewegs
in den Himmel zu führen

aus luftiger Höhe sieht man auf den Gornergletscher herab
mit der Moräne und seinen Schmelzwasserrinnen und Gletschertischen


weil es so schön ist, nochmals das Graue Greiskraut,
das so gar nichts von einem grauen Greis an sich hat.
der Alpen-Augentrost (Euphrasia alpina)
wächst massenhaft an der Südseite des Gornergrats

Hallers Schwingelrasen mit unzähligen Blumengeschöpfen

Schnee-Enzian (Gentiana nivalis) und
Spinnweb-Hauswurz (Sempervivum arachnoideum) im Hintergrund

aus den Edelweissen (Leontopodium alpinum) lugt ein einzelner
Zarter Enzian (Gentiana tenella) hervor

auf einmal sitzt ein Tier auf dem Wanderweg

bereitwillig macht das Murmeltier (Marmota marmota)
dem Blumenwanderer Platz und grast abseits gemütlich weiter

Alpenaster mit Sonnenröschen




Feld-Enzian (Gentiana campestris)



der ähnliche Reichästige Enzian
(Gentiana ramosa) mit 5 Kronzipfeln



das Alpen-Steinkraut (Alyssum alpestre) kommt in der Schweiz
nur am Gornergratsüdhang vor
Zwerg-Schafgarbe (Achillea nana)



no comment








die Niedliche Glockenblume (Campanula cochleariifolia)
in ihrem typischen Habitat auf Felsen


Hahnenfuss-Hasenohr (Bupleurum ranunculoides)

das Bränderli (Nigritella rhellicani) ist hier
an seiner obersten Verbreitungsgrenze


die Niedrige Rapunzel (Phyteuma humile) ist sehr selten


die Alpenscharte (Saussurea alpina)
gehört zu den Korbblütlern....
und wird hier gerade von einer
alpinen Hummel bestäubt!

ein Blick auf Zermatt, wo schon die Sonne untergegangen ist

die Zwerg-Alpenmargerite (Leucanthemopsis minima)
ist eine weitere Seltenheit

Masslieb-Ehrenpreis (Veronica bellidioides)