Donnerstag, 24. August 2017

am Lac de Tanay

Der Lac de Tanay ist ein kleiner Bergsee auf 1408 m ü.M. auf dem Gemeindegebiet von Vouvry im Kanton Wallis (genauer gesagt: im Walliser Chablais). Im Nordwesten wird er umrahmt von den bekannten Gipfeln des Grammont und der Jumelles, und nur ein paar Kilometer weiter westlich befinden sich die Cornettes de Bise und somit die Grenze zu Frankreich.
Sportlich ehrgeizigere als der Blumenwanderer unternehmen vom See aus gerne auch die liebliche Grenzwanderung nach St-Gingolph, er selber umrundete nur den See und ging wieder hinunter zum Ausgangspunkt von Le Flon, allerdings unter Beachtung der floristischen Juwelen dieses Gebiets.

Tourdatum: 19. Juli 2017

das Sichelblättrige Hasenohr (Bupleurum falcatum)




im Aufstieg von Le Flon zum Col de Tanay gefunden:
der Schuppenkopf (Cephalaria alpina)

die schönen Fiederblätter dieser seltenen Art


der Schuppenkopf steht jetzt in Vollblüte
weit über den Laubblättern, ....

womit der eine Art gelbe
"Giraffen-Skabiose" darstellt.



die Blattansätze sind besonders
 dicht behaart

ein einzelner Blütenstand umfasst
zahlreiche Einzelblütchen, die von Bienen
und Hummeln gerne besucht werden, ....

aber auch von Schmetterlingen, wie
hier vom C-Falter.

das Vorkommen in einer Waldlichtung umfasst viele Exemplare






Blick hinunter in die Talebene

Christophskraut (Actaea spicata) mit Früchten.
Als seltene Ausnahme unter den Hahnenfussgewächsen
bildet es keine Balgfrüchte, sondern Beeren aus.

am Col de Taney:
links die Jumelles, rechts der Alamont



am See findet sich auch ein zahlreiches Vorkommen
des Alpen-Mannstreus (Eryngium alpinum)





die für die Alpen emblematische Pflanze blüht
hier direkt am Wanderweg um den See



der Mannstreu ist keine Distel, sondern ein Doldenblütler
und wird stark von Bienen frequentiert



das Kleine Zweiblatt (Listera cordata)....

ist schon abgeblüht.


Fruchtstände der Korallenwurz (Corallorhiza trifida)

das Birngrün (Orthilia secunda) ist ein Erikagewächs

Blick auf den See mit "Le Tâche"

im See selbst findet sich ein Vorkommen des
Sumpf-Knöterichs (Polygonum amphibium)

beim Abstieg sieht man auf Le Flon hinab


beim Abstieg am Strässchen nochmals angetroffen:
der Schuppenkopf (Cephalaria alpina),
der zu den Geissblattgewächsen gehört.

Lassen wir die Eleganz der Wuchsform
dieser bildschönen Hochstaude in den
folgenden Aufnahmen für sich sprechen!

















Montag, 31. Juli 2017

der Speik

Wenn man dem Namen Speik schon einmal begegnet ist, dann vermutlich in Form der Speick-Seife, deren Bezeichnung sich allerdings mit –ck schreibt. Das kommt daher, dass die weltweit einzige Firma, die Speik-Naturkosmetikprodukte herstellen darf, diejenige Schreibweise gewählt hat, wie sie in alten Kräuterbüchern vorkommt.
Der Name Speik leitet sich vom lateinischen Wort für Aehre (spica) ab und bezeichnet den Keltischen Baldrian (Valeriana celtica), der auf kalkarmen Böden ab einer Höhe von 1800 Metern vorkommt. Dem Aussehen nach unscheinbar, ist sein Duft, der bis heute nicht synthetisch hergestellt werden kann, jedoch unschlagbar.
Die Wurzeln dieser Art enthalten besonders viel an ätherischem Baldrianöl. Die heute geschützte Pflanze wurde früher massenhaft ausgegraben und vor allem in den Orient exportiert.
Die Speikböden – Alpenwiesen, auf denen die Pflanze zahlreich auftrat – wurden regelrecht bewirtschaftet, wobei man auf eine ausgiebige Nutzung jahrelange Schonzeiten folgen ließ, damit der Bestand sich wieder erholen konnte. Der Speikgräber war ein eigenes Gewerbe, das oft dem Landesherrn vorbehalten war. Sogar ein eigenes Grabwerkzeug existierte dafür, das sogenannte "Speikkramperl".


der Mattmark-See, wo die folgenden Aufnahmen entstanden,
gelangte 1965 wegen eines tragischen Unfalls zu trauriger Berühmtheit




das bildschöne Rätische Alpen-Lieschgras (Phleum rhaeticum)

das Zweiblütige Sandkraut (Arenaria biflora)
kriecht dicht am Boden entlang

Kerners Läusekraut (Pedicularis kerneri)...


wie auch der Alpen-Klee (Trifolium alpinum)
weisen auf kalkarme Bodenverhältnisse hin.






der Schneetälchen-Frauenmantel
(Alchemilla pentaphyllea).....


hat rote Stängel und gelbgrüne Blütchen.

zur Schneetälchen-Flora zählt auch
das Alpen-Schaumkraut (Cardamine alpina)





hier kommt schon zahlreich der Star der Tages in Sicht:
der Echte Speik (Valeriana celtica). Er ist insofern "echt",
als lokal manchmal auch andere aromatische Pflanzen
in den Alpen als Speik bezeichnet werden.
seine Blüten sind purpur-braunrot......

und kleiner als erwartet.

wie man sieht, bevorzugt der Speik karge, ausgelaugte Böden
 mit wenig Kalk (Landkartenflechte!)






die Art erreicht in der Schweiz die Nordgrenze ihres Verbreitungsgebiets
und ist hier auf das Wallis beschränkt, wo sie an wenigen Stellen
in der Nähe von Pässen aus Italien herübergreift.


die Speik-Pflanzen werden nur
wenige Zentimeter hoch.......

und fruchten mit federigem Pappus.


Hallers Greiskraut (Senecio halleri) ist streng kalkmeidend
die Blütenblätter der Ausgeschnittenen Glockenblume (Campanula excisa)
 sehen wie mit dem Locher ausgestanzt aus

was da auf den kargen Silikatfelsen nicht alles blüht!


die Federige Flockenblume (Centaurea nervosa)
weist pro Stängel nur einen Blütenstand auf

das Dünnspornige Fettblatt (Pinguicula leptoceras)
hat weisse Flecken auf der Lippe





der beeindruckende Blütenstand
des Strauss-Steinbrechs (Saxifraga cotyledon)
an den Felsen über dem See

erstmals von mir gesichtet:
der Moor-Mauerpfeffer (Sedum villosum)

die Echte Edelraute (Artemisia umbelliformis) wächst auf dem Staudamm,
der zugleich der höchste Erdschüttdamm der Schweiz ist

Blassblütiger Storchschnabel (Geranium rivulare)

Fleischers Weidenröschen (Epilobium fleischeri)

Vandellis Mannsschild (Androsace vandellii) ist längst verblüht, .....

Scheuchzers Glockenblume (Campanula scheuchzeri) allerdings nicht.

Reichästiger Enzian (Gentiana ramosa)



Dukatenfalter (Lycaena virgaurea)



Quendelblättrige Weide (Salix retusa)
in sehr exponierter Lage


die am Mattmark-See häufig anzutreffende Rosenwurz (Rhodiola rosea)
ist zweihäusig. Die männlichen Blüten sind intensiv gelb bis rötlich gefärbt, während die kleineren weiblichen Blüten wie hier
eine grün-gelbe Farbe besitzen