Sonntag, 26. März 2017

stilles Juraglück

Obwohl der Jura und die Alpen rein äusserlich nichts zu verbinden scheint, haben sie doch eines gemeinsam: die Kalksteinschichten der Jurahöhen ziehen sich unter dem fruchtbaren Trog des Mittellandes durch und treten im Zentrum der Alpen wieder an die Oberfläche.
Der Jura-Südfuss bietet zwar keine spektakulären Gipfel, auch keine Bergtäler und Gletscherfirne. Dafür findet man einsame Wälder und liebliche Trockenwiesen, auf denen der aufmerksame Wanderer schon jetzt viele botanische Kostbarkeiten entdeckt.
Auf einer Rundwanderung um den Asperstrihe im Aargauer Jura hatte der Blumenwanderer so manches spannende Naturerlebnis.


eine merkwürdige Weide mit schwarzen Kätzchen
(Salix gracilistyla "melanostachys" cf.)

ein unscheinbarer Frühblüher: das Wald-Bingelkraut
(Mercurialis perennis)

auch Schmetterlinge sind schon unterwegs,
hier auf dem juratypischen Berg-Täschelkraut (Thlaspi montanum)

solch schöne Büschel bildet dieser Kreuzblütler

so steht diese Pflanze in keinem Lehrbuch:
die von einem Pilz (Uromyces pisi) befallene
Zypressen-Wolfsmilch kann so nicht blühen


hier ein gesundes Exemplar mit Knospen
(Euphorbia cyparissias)








jetzt ist die Saison der Goldschlüsseli (Primula veris).
Die Schlüsselblumen heissen so, weil ihre Blütendolde
an einen Schlüsselbund erinnert.
der Lorbeer-Seidelbast (Daphne laureola)
mit grünlichen Blütchen


das Juwel von Asp,
die Gemeine Kuhschelle (Pulsatilla vulgaris)...



ist schon grösstenteils schon abgeblüht.



die zahlreichen gelben Staubfäden im Innern
der Blüten ziehen die Insekten an.

Niedrige Segge (Carex humilis)


Gewöhnliche Golddistel (Carlina vulgaris)


noch scheint die Sonne bis auf den Boden
der verbreiteten Buchenwälder




die seltene Kuhschelle ist ein Schmuck
der jetzt noch bräunlichen Trockenwiesen


ein flauschiges Pelzchen schützt diesen
Frühblüher vor der Kälte




hier bildet sich schon ansatzweise der
Fruchtstand aus, der ein Haarmandli wird
(oder ein Haarfroueli?)


Bergtäschel neben Kuhschellen




die ersten Frühlings-Platterbsen
beginnen zu blühen (Lathyrus vernus)



austreibende Mandelblättrige Wolfsmilch
(Euphorbia amygdaloides cf.)



die Stinkende Nieswurz
(Helleborus foetidus) kann.....



solch grosse Horste bilden.



auch ein erstes Lungenkraut
(Pulmonaria obscura) öffnet seine Blüten

die frisch geöffneten Blüten haben
interessanterweise eine rötliche Farbe


das schöne Lungenkraut gehört
zu den Borretschgewächsen


ist jetzt überall in den Wäldern
mit den Knospen zu erkennen:  .....

die Fiederblättrige Zahnwurz
(Cardamine heptaphylla)


die Wald-Schlüsselblume (Primula elatior)....

hat etwas blassere Blüten als das Goldschlüsseli.


Blattaustrieb und vorjähriger Fruchtstand
des Gemeinen Schneeballs
(Viburnum opulus)

einsame Gratwege auf dem Asperstrihe


eines unserer ganz wenigen einheimischen Osterluzeigewächse:

die Europäische Haselwurz (Asarum europaeum)
mit einer geöffneten, drüsig behaarten Blüte 


sie ist nicht einfach zu erkennen
inmitten all der Efeublätter

hier der Austrieb ihrer Blütchen und der
neuen Blätter, die noch zusammengefaltet sind

schön, dass es sowas noch gibt

zu seinen Füssen wächst neben vielem
anderen auch der Blaustern (Scilla bifolia)


solche Hochstämmler sind heutzutage
ein leider nur allzu seltener Anblick



die Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris)
ist auch schon voll am Blühen



schöner Horst der Wald-Schlüsselblume





auch er ein Frühblüher:
der Lerchensporn (Corydalis cava)

immer wieder verzaubern einen
die Goldschlüsseli auf den Matten





diesen Winzling hätte ich beinahe übersehen:
das Frühlings-Fingerkraut (Potentilla verna)

eine erste Orchideen-Art hat Knospen angesetzt.
Es ist das Grosse Zweiblatt (Listera ovata)






Donnerstag, 16. März 2017

die Spissi

Ein Geheimtipp für Blumenfreunde ist die Spissi bei Wimmis. Dort blühen neben der Burgfluh, auf der auch das schöne Schloss Wimmis thront, jedes Frühjahr Abertausende von Märzenglöckchen (Leucojum vernum); aber auch andere Frühaufsteher unter den Blumen lassen sich mit etwas Glück beobachten.


der wohlriechende Seidelbast (Daphne mezereum)
wird auch Kellerhals oder Ziland genannt


herrlich, wenn wieder die Veilchenblüte beginnt!
(Viola reichenbachiana cf.)

nanu, Märzenglöckchen unter den Pyramiden?
Nein, es ist nur die Toblerone-Panzersperre, die während des Zweiten
Weltkrieges zur Abriegelung des Simmentals gebaut wurde

ennet dem Weltkriegs-Relikt ist man bald schon unter
den friedlichen Blumengeschöpfen angelangt




in solchen Mengen trifft man den bekannten Frühblüher
allerdings nur selten an. Er ist nicht nur eine Gartenblume,
sondern durchaus auch eine einheimische Wildpflanze!



zum Fotografieren begleitete mich
der melodiöse Gesang einer Misteldrossel. 
Rechts oben erinnert die Toblerone an weniger idyllische Zeiten

das Märzenglöcken heisst auf Hochdeutsch Frühlings-Knotenblume
und gehört zu den Amaryllisgewächsen




wie sich der Blumenwanderer überzeugen konnte,
entströmt dem Märzenglöcken ein veilchenartiger Duft

zu meinem Erstaunen fand ich auch ein grösseres Vorkommen
des Wald-Gelbsterns (Gagea lutea), der heuer sehr früh
dran ist mit dem Aufblühen.




entgegen dem, was der Name suggeriert, kommt der Wald-Gelbstern
druchaus nicht nur in Wäldern vor!

wie schön, dass auch die ersten Buschwindröschen
(Anemone nemorosa) ihre Parabol-Antennchen entfalten!



der Name des Huflattichs (Tussilago farfara) bezieht sich
auf die Gestalt der nach der Blüte erscheinenden grossen Blätter
dieser Pflanze, die aber mit dem Lattich nichts zu tun hat.

ein Blütenstand enthält etwa 300 weibliche
Zungenblüten und in der Mitte etwa
30 männliche Röhrenblüten!