Sonntag, 19. April 2015

BOGA zum zweiten


Anlässlich des Feldbotanik-Kurses, den der Blumenwanderer besucht, war er wieder im Botanischen Garten Bern auf der Pirsch. Gegenwärtig ist es allerdings nicht schwierig, geeignete Motive zu finden unter all den Juwelen aus aller Herren Länder.
Die beiden ersten Aufnahmen entstanden im Mittelmeer-Haus, wo offenbar bereits Pfingsten ist......



Balearen-Pfingstrose (Paeonia cambessedesii):
auf Mallorca, wo sie hauptsächlich wächst, gilt sie als gefährdet
Korallen-Pfingstrose (Paeonia mascula) mit Raupe:
auch hier kommt der Blumenwanderer zur Ueberzeugung,
 dass die ungefüllten, natürlichen Pfingstrosen die Schönsten sind


Fritillaria pyrenaica, eine Vertreterin der artenreichen Gattung
der Schachblumen, von denen nur eine in der Schweiz
wild vorkommt, nämlich die gefährdete



Perlhuhn-Schachblume (Fritillaria meleagris)









die Rote Kuhschelle (Pulsatilla rubra) ist unserer Gemeinen Kuhschelle
ähnlich, hat aber dunklere Blüten und kommt in der Schweiz nicht vor....






ebensowenig wie das Griechische Blasenschötchen
(Alyssoides graeca), das aber ebenfalls einen engen Verwandten
 in der Schweiz hat, ganz gleich wie
die zierliche Karnische Levkoje (Matthiola carnica),
die unserer Walliser Levkoje zum Verwechseln
ähnlich sieht




Diese Aufnahmen zeigen, dass die Mittelmeerflora oftmals ganz ähnliche "Stammesverwandte"
in der Schweiz hat.
Die restlichen Aufnahmen präsentieren Pflanzen, die bei uns heimisch sind.


blüht momentan überall im BOGA: das dekorative
Gelbe Buschwindröschen  (Anemone ranunculoides)



Gelber Lerchensporn (Corydalis lutea)


die Pimpernuss (Staphylea pinnata)



Flühblümchen (Primula auricula)

Berg-Nelkenwurz (Geum montanum)

rote Waldnelke (Silene dioica)

Fiederblättrige Zahnwurz (Cardamine heptaphylla)

Samstag, 11. April 2015

Eine Wiese voller Spinnen

Die ersten Orchideen blühen........Spinnt der Blumenwanderer oder was?
Nein. Nach einigen Recherchen im Internet kam er zum Schluss, dass es im Waadtländischen Chablais lokal grössere Bestände der Spinnen-Ragwurz (Ophrys sphegodes), einer sehr seltenen einheimischen Orchidee, geben müsse. Sie dann auch noch in Natura zu finden, lässt des Spinners, pardon Botanikers Herz höher schlagen. Wo gibt es das noch: eine Wiese voller Ragwurze, und das blühend so früh im Jahr!

Auch einen Abstecher in die Follatères bei Fully gönnte ich mir, um die ebenso seltenen wie schönen Frühlings-Adonis und Berg-Anemonen zu besuchen.


Nanu, eine Ragwurz? Mitnichten, es ist
die Knospe eines Ohnsporns (Aceras anthropophorum),
einer in der Westschweiz recht häufigen Orchideenart

Gleich nebenan die Gesuchte: Ophrys sphegodes

Im Schatten des Blumenwanderers sieht man
deutlich das für die Art typische H-förmige Mal
auf der Lippe.

Bei genauerem Hinschauen entdeckt man in der
Bildmitte eine weitere blühende Orchidee:
die Brand-Orchis (Orchis ustulata)


Die "Spinnen" blühen schon seit ca. 10 Tagen und stellen die
Orchideenart mit dem frühesten Blühbeginn in der Schweiz dar.

Auch das Lungenkraut (Pulmonaria officinalis)
in einem nahen Wäldchen macht den Spinnen
punkto Blühbeginn Konkurrez.
Man erkennt es an den weissgefleckten Blättern


Die Blüten des Lungenkrauts sind frisch aufgeblüht rot-purpurn,
erst dann erhalten sie ihre typische blaue Farbe.

Umgekehrt ist es bei der Frühlings-Platterbse
(Lathyrus vernus): ihre Blüten werden später rot.

Nochmals ein Blick zurück: jedes Stängelchen eine Ragwurz!

Immer wieder schön: das Gold-Schlüsseli (Primula veris)

ebenso wie der filigrane Erdrauch (Fumaria officinalis),
ein Mohngewächs im benachbarten Weinberg.

das Frühlings-Fingerkraut (Potentilla verna) entbietet
dem Blumenwanderer einen üppigen Abschiedsgruss





Von hier an die Bilder von den Follatères: immer wieder fasziniert mich der Kontrast zwischen dem vom Menschen extrem gestalteten Talboden und den noch weitgehend wilden Abhängen.

Doch gerade beim Adonisröschen zeigt sich auch die Ambivalenz der menschlichen Tätigkeit, denn sie wirkt nicht nur naturzerstörend, sondern ermöglichte durch Waldrodung und Schafzucht auch die Ausbreitung dieser Steppenpflanze. Sie stammt ursprüngllich aus Zentralasien und wanderte erst gegen Ende der letzten Eiszeit in Mitteleuropa ein.
Durch Verbuschung, Wiederbewaldung und Intensivierung der Landwirtschaft ist sie aber heute auf wenige Reliktvorkommen zurückgedrängt und stark gefährdet.


der Frühlings-Adonis (Adonis vernalis) ist ein Hahnenfussgewächs
und stammt ursprünglich aus Sibirien und dem Altai-Gebirge.


Während er diese Aufnahmen machte, schimpfte ein Eichelhäher 
den Blumenwanderer aus













Berg-Anemone (Pulsatilla montana)

Ganze Hänge sind vom jetzt blühenden
Schwarzdorn (Prunus spinosa) bedeckt. Er wird auch
Schlehdorn genannt und blüht vor dem Blattaustrieb.





Auch dies eine Spezialität der Follatères:
das Blasenschötchen (Alyssoides utriculata)
leuchtet jetzt überall, am liebsten aus den Felsen.
Unten das Rhone-Knie!





eine weitere frühblühende Orchidee: das kleine
Knabenkraut (Orchis morio). Seltsam, dass auf den
Fotos die Blütenfarbe immer einen Stich ins
Blaue hat, während sie in Wirklichkeit mehr gegen
Purpur tendiert!