Samstag, 27. Mai 2017

"Auffahrt im Himmel"

Eine Wanderung am Auffahrtstag von Mazembroz nach Beudon zu den "vignes dans le ciel" offenbarte dem Blumenwanderer eine unglaubliche Artenvielfalt an Blumen und Insekten. Abwechslungsreich geht es durch Flaumeichenhaine, Felsensteppen und über Granitplatten hinweg. Sogar in den Weinbergen von Beudon, die mit einer kleinen Seilbahn erschlossen sind, findet man seltene Arten, doch zu Fuss braucht man für diese Strecke stellenweise etwas Mut und einen festen Tritt.

Die Seele von Beudon und ein Pionier des biodynamischen Weinbaus Jacques Granges (1946-2016) ist letztes Jahr leider durch einen tragischen Arbeitsunfall im Weinberg ums Leben gekommen.
Zu seinen Ehren hat ProNatura Wallis diesen Nachruf veröffentlicht:
https://www.pronatura-vs.ch/hommage-a-m-jacques-granges


der Dingel (Limodorum abortivrm), eine
seltene Orchideenart ohne Blattgrün, ....

beginnt jetzt gerade zu erblühen.


ist immer schön, ob blühend oder wie
hier fruchtend: 

der Grosse Bocksbart (Tragopogon dubius)

in den Weinbergen von Mazembroz wächst unscheinbar
der Zwerg-Schneckenklee (Medicago minima) mit
seinen gewundenen Früchtchen

ebenso findet man dort die seltene
Schlitzblättrige Schwarzwurzel (Scorzonera laciniata)


beim Aufstieg erspäht man jetzt überall den
Kugelköpfigen Lauch (Allium sphaerocephalon)

eine Raubwanze saugt genüsslich
eine erbeutete Biene aus





manchmal sieht's aus wie im Wilden Westen

die Blaugrüne Quecke (Elymus hispidus)
ist nicht zu übersehen an den Trockenhängen

Astlose Graslilie (Anthericum liliago)


Esparsetten-Tragant (Astragalus onobrychis)




Breitschuppige Nickende Distel (Carduus nutans ssp. platylepis)

ein Ungetüm der Name wie sein Träger.
Wer genau hinsieht, entdeckt die
Raubwanze auch hier auf  ihrem Posten.




die Feinblättrige Wiesen-Schafgarbe (Achillea setacea)



der Sand-Würger (Orobanche arenaria)


was diese Goldfliegen mit dem schönen Namen
Lucilia sericata da so magisch anzieht?
Wohl etwas weniger Schönes.




streckenweise verläuft der Wanderweg
nach Beudon entlang einer steilen Klippe.
Dank eines Kabels sind aber keine
Kletterkenntnisse nötig

erstaunlich, wie angepasst die Spinnweb-Hauswurz
(Sempervivum arachnoideum) ist, dass sie auch
an solchen glühendwarmen Felsen überleben kann.


Esparsetten-Wicke (Vicia onobrychioides)



der Weinberg von Beudon wird nach
biologisch-dynamischen Grundsätzen bewirtschaftet

so klein sind die Trauben im Moment

Blick auf die Talebene mit Mazembroz und Fully

es ist ein gutes Zeichen, dass in diesem Weinberg auch seltene
Arten wie hier die Wald-Borstendolde (Torilis japonica)
wachsen oder ....

die einjährige Möhren-Haftdolde (Caucalis platycarpos) ....

mit ihren winzigen Blütchen. Ihre widerhakigen Früchte
unterliegen der Klett-und Trittausbreitung.




auch den Dickblättrigen Steinbrech (Sedum dasyphyllum)
findet man hier ebenso wie .....

den Krummhals (Anchusa arvensis)

die Granithänge heizen sich schon jetzt tagsüber stark auf


überall erblüht jetzt auch die kalkliebende
Spitzorchis (Anacamptis pyramidalis)
Der Kalk ist mit Felsstürzen von
weiter oben hergekommen.

Italienisches Leinkraut (Linaria angustissima)



das erste rote Waldvögeli (Cephanlanthera
rubra), das ich heuer sah


Kartäuser-Nelken (Dianthus carthusianorum)
mit Hummelschweber



Schwarzstieliger Streifenfarn
(Asplenium adiantum-nigrum)



der Süsse Tragant (Astragalus glycyphyllos)
wird auch Bärenschote genannt. Dass deren Blätter süss schmecken
sollen, will dem Blumenwanderer nicht einleuchten.



Gelbe Hauhechel (Ononis natrix):
die ganze Pflanze ist dicht drüsig
und klebrig behaart


ein solch schönes Exemplar einer Gelbe Reseda
(Reseda lutea) sah ich noch nie






was ist dies für eine Baumallee?
so sehen Spargeln (Asparagus officinalis) aus, wenn man sie denn lässt!




ein besonderer Schmetterlingsblütler ist
der Blasenstrauch (Colutea arborescens).... 

mit seinen aufgeblasenen Schoten.

wie merkwürdig die Felshänge im Abendrot leuchten!

stellenweise kommt die Spornblume (Centranthus ruber)
hier in einer weissblütigen Variante vor.


das mediterrane Etrusker Geissblatt
(Lonicara etrusca)

ein schönes Borretschgewächs mit einem
entsetzlichen Namen: Onosma pseudoarenaria
subsp. helvetica, besser: Walliser Lotwurz.


das hat den Blumenwanderer gefreut, ....

dass ihm zu guter Letzt diese Rarität
auch noch vor die Linse kam.



ab und zu trifft man auch auf den seltenen
Breitsamen (Orlaya grandiflora)





mit seinen stark vergrössertern Randblüten erreicht dieser Doldenblütler,
dass Insekten seine Dolde für eine einzige grosse Blüte halten
und entsprechend angezogen werden.

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